Fleischhauer bei SPON: Das Ende des Feminismus

Der streitbare Jan Fleischhauer titelt in seiner aktuellen Kolumne bei Spiegel Online anlässlich der Wahl von Donald Trump: „Das Ende des Feminismus„.

Insbesondere folgende Analyse von Fleischhauer würde ich ebenfalls unterschreiben:

Dem Feminismus ergeht es jetzt wie der Sozialdemokratie (unter der ich die „US-Demokraten“ an dieser Stelle großzügig verrechne). Aus einer Emanzipationsbewegung ist mit fortschreitender Akademisierung ein Elitenprojekt geworden, dessen ideeller Fluchtpunkt nicht mehr die Supermarktkasse, sondern der Hörsaal ist. Das gilt paradoxerweise auch für Clinton, die mehr als drei Jahrzehnte von der Nachfolgegeneration trennt.

(…)

Der moderne Feminismus behauptet nur, die Mehrheit der Frauen zu repräsentieren. Tatsächlich hat er Mühe, aus dem Seminarraum herauszufinden. Schon der Jargon der Protagonistinnen verrät, dass hier Leute den Ton angeben, deren Lebensplanung von einem drittmittelgeförderten Projekt zum nächsten reicht. Man muss keinen Kontakt zur normalen Arbeitswelt haben, der über gelegentliche Besuche bei Penny hinausgeht. Aber es kann eben auch nicht schaden, wenn man sich die Befreiung der Hälfte der Menschheit auf die Fahnen geschrieben hat.

Wer ein Beispiel für „Feminismus, der Mühe hat aus dem Seminarraum herauszufinden“ sucht, wird z.B. bei einem aktuellen Beitrag der mädchenmannschaft fündig:

Mehrdimensionale Lebensrealitäten inner- und außerhalb von Communitys verhandelt sie in Performance-Texten, Vorträgen und Veranstaltungsreihen.

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3 Kommentare on “Fleischhauer bei SPON: Das Ende des Feminismus”

  1. Ich habe da massive Zweifel, denn meiner Ansicht nach werden solche Artikel nicht geschrieben, weil sie der Wahrheit entsprechen – vielleicht tun sie das, dazu sage ich nichts – sondern weil Leute wie Jan Fleischhauer meinen, die US-Wahl habe die Gültigkeit von Normen darüber verändert, was man schreiben darf.

    • elitemedium sagt:

      Mit welcher Motivation Fleischhauer diesen Text verfasst hat ist mir relativ egal, denn aus meiner Sicht ist die von mir zitierte Aussage jedenfalls zutreffend.

      Aber Du hast Recht: Das ergebnis der Wahl hat die Möglichkeiten dessen was „man schreiben darf“ tatsächlich erweitert. Denn vor dieser Wahl wähnte sich der weißenfeindliche Feminismus in einer gesellschaftlich dominaten Rolle und trat entsprechend auf. Nun wurde gezeigt, dass es sich um eine Minderheitenposition hndelt.

      • „denn aus meiner Sicht ist die von mir zitierte Aussage jedenfalls zutreffend.“

        Das war sie meiner Ansicht nach schon immer. Da hat sich nichts verändert, der Feminismus hat sich von einer normativ dominanten Position zu einer Position entwickelt, wie out ist.


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