Niedergang des Netzfeminismus: Was wurde aus dem Projekt Hatr.org?

Erinnert sich noch jemand an das Projekt hatr.org? Das Projekt startete 2011 sehr ambitioniert: Man wollte mit „Hasskommentaren“ Geld machen. Kommentare von bösen Trollen, die auf feministischen Blogs gelöscht wurden sollten bei hatr dokumentiert werden und mit der dort eingeblendeten Werbung wollte mn Geld verdienen um „feministische Projekte“ zu unterstützen. Die Frankfurter Rundschau schrieb zu hatr im Januar 2013:

Die Debattenkultur auf Blogs ist oft zum Gruseln. Besonders schlimm treiben die Trolle ihr Unwesen auf feministischen und anderen progressiven Blogs. Um auch mal irgendwas tun zu können gegen die Hater, stellen viele Blogger(innen) besonders widerliche Kommentare auf der Seite hatr.org zur Schau.

(…)

Pro Monat kommen durchschnittlich 2500 Besucher auf die Website. Mit Werbung und dem Spendensystem Flattr nimmt Kathrin Ganz Geld ein, das für soziale Projekte gespendet werden soll – so wird der Hass produktiv und der Spieß umgedreht.

Ich hoffe, das Kathrin Ganz das eingenommene Geld korrekt versteuert hat. Das Ganze erinnert ein wenig an den aktuellen Wirbel, der um vermeintliches „Hatespeech“ gemacht wird, insoweit war hatr hier seiner Zeit voraus.

Der letzte „Hasskommentar“, der bei hatr eingestellt wurde stammt vom 11. Januar 2016. Also entweder war hatr erfolgreich und hat seit Januar 2016 den äh….“Hass“ auf Netzfeminismus besiegt – oder auch bei hatr sind inzwischen die Lichter ausgegangen. Der letzte veröffentlichte Hasskommentar lautet übrigens wie folgt:

„Es bleibt dabei, „Kartoffel“ ist ein Beleidigung der autochtonen Bevölkerung. Und jetzt noch zu tun, als ob Unklarheiten bezüglich der Herkunft von Opfer und Täter bestehen, ist perfiede. Wenn ihr Euch nicht ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt und Euch auch einmal mit den zweifellos frauenfeindlichen Einstellungen in einem wesentlichen Teil der migrantischen Bevölkerung befasst, verliert ihr jeglichen Anspruch für die feministische Sache zu sprechen. Aber vielleicht geht es ja gar nicht darum, sondern nur um geistige Sebstbefriedigung eines kleinen Randgrüppchens mit festgefügtem Weltbild, dass sich in seiner geistigen Beschränktheit wohliglich eingerichtet hat.“

 

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