Lala Feminismus

Kati Kuersch aka Carlos Danger schreibt auf Twitter:

Solchen Unsinn liest man ja immer wieder mal gern von jungen Mädchen, die eine politische Bewegung (den Feminismus) verteidigen, ohne deren theoretische Inhalte wirklich zu  kennen. Muss man ja auch gar nicht, weil es DEN Feminismus ja eh nicht gibt. Da ist es viel lustiger sich einfach gleich seinen eigenen Privatefeminismus auszudenken. Dann kann man bei den großen Mädchen als“ bin auch Feministin“ mitspielen ohne sich gleich mit schon bestehender  inhaltlicher Feminismuskritik auseinandersetzen zu müssen.

Ich selbst glaube ja, dass zwangsverheiratete Frauen ganz andere Sorgen haben, als unter Feminismuskritik zu leiden und ausgerechnet dieseKritik  als „Schlag in die Fresse“ zu erleben. Und dass es noch Länder gibt, in denen zwar Männer ein Wahlrecht haben, aber Frauen nicht, war mir neu. Kati konnte mir auf Nachfrage auch keines nennen. Stattdessen hat sie mich lieber geblockt.


Mal wieder: Das Trans-Problem in der Gendertheorie

Dass die Gendertheorie vom „erlernten“ beziehungsweise „gesellschaftlich zugewiesenem Geschlecht“ beim Thema Trans an ihre Grenzen stößt hatte ich hier bereits schon einmal im Blog Geschlechterallerlei ausgeführt.  Nun hat sich Antje Schrupp an dem Thema versucht und begeht aus meiner Sicht mal wieder den selben Fehler:

„Der Unterschied zwischen Cisfrauen und Transfrauen ist ja der, dass die einen ihr Geschlecht bereits bei der Geburt von der Gesellschaft zugewiesen bekommen (im Queer-Vokabular heißt das “FAAB”, “female-assigned at birth”), während die anderen bei der Geburt zunächst fälschlicherweise als “männlich” einsortiert werden.“

Aha. Cis-Menschen bekommen ihr Geschlecht also angeblich zugewiesen. Von außen. Von der Gesellschaft. Ohne diese Zuweisung wäre da nichts Angeborenes.

Anders aber angeblich bei  Trans-Frauen. Die werden von der Gesellschaft falsch (nämlich männlich)  einsortiert. Weil ihr tatsächliches (weibliches) Geschlecht nicht erkannt wird. Aber woher kommt dieses echte (weibliche) Geschlecht denn her? Gesellschaftlich zugewiesen (wie bei Cis) soll es ja nicht sein, denn das gesellschaftlich zugewiesene Geschlecht – männlich – ist ja bei Transfrauen falsch. Also müssten Trans-Menschen ein angeborenes Geschlecht haben, das nicht auf externer Zuweisung beruht. Schrupp spricht hier selber ja von „einsortieren“ und nicht von „zuweisen“ wie bei cis.

Angeborenes Geschlecht? Jetzt plötzlich doch? Und wenn ja, warum nur bei Trans?