Feministische Ablehnung von Vergewaltigungsschutz

Feministische Anhängerinnen der These, dass wir in einer „Vergewaltigungskultur“ (rape culture) leben, zeigen ein seltsames Verhältnis zu (möglicherweise) schützenden Maßnahmen. Das ist schon bei der aktuellen Kritik am sog. Heimwegtelefon aufgefallen und zeigt sich auch wieder bei Kritik an einer Kampagne die vor sogenannten K.O.-Tropfen warnt. Das führt zu der seltsamen Situation: Einerseits sind Frauen in der rape culture angeblich ständig von „Übergriffen“ und Vergewaltigungen  (bei der Abgrenzung dieser beiden Begriffe nimmt frau es oft nicht allzu genau) bedroht. Andererseits wird jede Warnung an Frauen sich irgendwie dagegen zu schützen abgelehnt. Entweder weil der gebotene Schutz angeblich nicht umfassend genug sei, wie beim Heimwegtelefon (schützt z.B. nicht vor „belästigenden Blicken“ oder vor Übergriffen durch nahestehende Verwandte zu Hause) oder weil es bereits abgelehnt wird, dass Frauen überhaupt nahegelegt wird sich zu schützen, wenn damit eine Verhaltenseinschränkung verbunden ist. Zum Beispiel darauf zu achten, dass einem keiner was ins Glas wirft.

Eine Schutzmaßnahme scheint nur dann ins Konzept zu passen, wenn diese GARANTIERT und SOFORT JEDE Vergewaltigung verhindern würde also ABSOLUTEN Schutz gewährt:

„Als würden ohne K.O.-Tropfen, ohne Alkohol keine Übergriffe passieren. Die Illusion, dass man sich schützen könnte, wenn man sich nur genug einschränkt, ist Teil von Rape Culture. „

Tja liebe Schutzkampagen, ihr seid leider nicht gut genug!

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4 Kommentare on “Feministische Ablehnung von Vergewaltigungsschutz”

  1. „Eine Schutzmaßnahme scheint nur dann ins Konzept zu passen, wenn diese GARANTIERT und SOFORT JEDE Vergewaltigung verhindern würde also ABSOLUTEN Schutz gewährt:“

    Der Gedanke ist ja, dass Schutzhandlungen auf die Frau zu verlagern diesen Verantwortung zuweist und damit Victimblaming ist, was nicht sein darf.
    Denn Schuld an der Vergewaltigung ist ja nur die Rape Culture, die man abschaffen muss, dann gibt es keine Vergewaltigungen mehr. Was im übrigen keiner einzigen Kultur auf dieser Welt jemals gelungen ist. Was ja auch schon einiges aussagt

    • elitemedium sagt:

      Es wird zweigleisig argumentiert. Zum einen wird abgelehnt, dass eine Frau irgendetwas tun müsse, um sich vor Vergewaltigung zu schützen. Das mag ideologisch richtig sein, hilft aber in der Praxis kaum weiter. Zum anderen wird derzeit aber jedes konkrete Hilfsangebot madig gemacht, weil es nicht universell jede Vergewaltigung verhindern kann.

  2. Aranxo sagt:

    Vielleicht sollten wir die RadFems in ihrem Bemühen unterstützen und grundsätzlich auch auf Frauenparkplätzen parken. Diese suggerieren nämlich noch mehr als die beiden genannten und wenigstens sinnvollen Aktionen, dass Frauen in ständiger Bedrohung lebten.


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