Blackfacing

In diesem Jahr tauchte sowohl auf Blogs, die sich als Netzfeministisch und Antirasstisch labeln vermehrt der Begriff oder besser der Vorwurf des „Blackfacing“ auf. Aktuellster Anlass ist die Sendung „Wetten dass?“, bei der im Rahmen der Publikumswette Personen auftraten, die sich als Jim Knopf verkleidet hatten.

Der Vorwurf des „Blackfacing“ trifft dabei regelmäßig und ausschließlich Menschen mit weißer Hautfarbe, die sich das Gesicht schwarz Schminken um eine schwarze Person darzustellen. Das Ganze soll dann unabhängig von Absicht und Hintergrund der Verkleidung oder der verkleideten rassistisch sein.

Die Begründung für den Rassismusvowurf ist dabei eher dünn:

1. Argument Nr. 1: Im 19. Jh. (!) gab es mal kurzzeitig sogenannte Ministral Shows, bei der schwarz angemalte Weiße auf sehr üble Weise schwarze Personen parodierten und rassitisch darstellten. Das soll nun laut antirassitischer Argumentation zur Folge haben, dass heute  im 21. Jh. jedwede schwarze Bemalung des Gesichts daran irgendwie „anknüpft“ oder „daran erinnert“. Auch wenn es seit langem keine Mistral Shows mehr gibt und der der verkleidete Weisse den Schwarzen auch nicht negativ darstellt.

2. Argument Nr. 2: Nur Schwarze dürfen entscheiden, welches Verhalten von Weißen rassitisch ist und welches nicht. Das muss man der betroffenen weißen Person als Schwarzer gar nicht groß erklären. Der „gute“ antirassitische Weiße muss auf den Schwarzen einfach hören. Das Ganze basiert auf dem umstrittenen Definitionsmachtkonzept.

3. Teilweise wird mit Hilfsargumenten gearbeitet: So sei das Schwarzschminken von weißen Schauspielern rassitisch, weil man für die entsprechende Rolle eben keinen echten Schwarzen eingestellt habe.

Das Ganze treibt inzwischen ziemlich skurile Blüten. So vetrat die Mädchenmannschaft zum Beispiel die Auffassung, dass Frauen, die sich beim letzten Berliner Slutwalk Körper und Gesicht schwarz angemalt hatten um damit einen Gesichtsschleier muslimischer Frauen zu imitieren ebenfalls rassitisches Blackfacing betrieben hätten.

Der Blackfacing Vorwurf trifft fast ausschließlich Personen, die gar nicht rassitisch handeln wollen. Solche Personen sind ein lohnenderes Ziel um schnell Aufmerksamkeit und wenig ernsthafte Gegenwehr zu erhalten. Da hilft es ungemein, dass die aktuell im Netz verbreitete Antisrassismustheorie eine negative Willensrichtung des Handelnden gar nicht mehr benötigt um den Rassismusvorwurf erheben zu können. Letztendlich ist nach entsprechender Lesart ohnehin jeder Weiße irgendwie rassitisch.

Nachtrag Nr. 1
Wenn man es nach diesem Blog geht, erwischt es bald auch die Sternsinger.

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6 Kommentare on “Blackfacing”

  1. wollepelz sagt:

    Der Irrsinn hat keine Grenzen.

    Man sollte nicht auf alte Stummfilme aufmerksam machen. Das wäre dann Wasser auf die wahnsinnigen Mühlen. 😉

  2. El_Mocho sagt:

    Tja, was sich Shakespeare bloß gedacht hat, als er Othello „The Moor of Venice“ schrieb? ER wusste doch ganz genau, dass 1603 in London keine schwarzen Schauspieler verfügbar waren.

    Der alte Rassist

  3. m sagt:

    Zu Frau Dingens: Beim schnellen drüberlesen:

    Diese Sprech- und Denkverbote: _„Punkt. Da gibt es nichts zu diskutieren.“_ (Natürlich gibt es das, das ist überhaupt nicht ihr call!) und dieser oberlehrerhafte Ton: _„Bitte lesen Sie die weiterführenden Links und informieren sich dort, vielen Dank.“_ fallen mir bei Feministinnen immer wieder unangenehm auf. Was ist das für eine Schule? Furchtbar.

  4. Gaejawen sagt:

    Hat dies auf As live scribes rebloggt und kommentierte:
    So kann #ZweiSeitenTheorie aussehen! Einfach mal alle möglichen Sichtweisen betrachten und vor allem DENK SELBST beachten!

  5. […] DER WOCHE 00:55:45 | Jim-Knopf-Blackfacing bei „Wetten, dass..?“ (Elitemedium, „stern“, Matzes Gedanken) 01:04:30 | Wahlstudio: „KuH des […]

  6. Beyogi sagt:

    Was ist denn daran bitte schön rassistisch wenn sich Weiße schwarz anmalen? Das gehört doch ausdrücklich mit zur Identität der Figur…


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