Helga Hansen entdeckt die Schwächen der Frauenquote

Im März diesen Jahres erschien auf Elitemedium ein Text, der sich kritisch damit befasst hat, wem eigentlich die oft geforderte Einführung von Frauenquoten in der freien Wirtschaft nutzen würde.

Unsere These lauteten schon damals:

„Profitieren würden in erster Linie natürlich diejenigen Frauen, die aufgrund einer solchen Quote in entsprechend einflussreiche und gutbezahlte Positionen gelangen würden. Es sei Ihnen gegönnt. Es werden vermutlich hart arbeitende intelligente und machtbewusste Frauen sein, die ihr Leben schon frühzeitig einer ernsthaften Wirtschaftskarriere mit allen damit verbundenen Konsequenzen verschrieben haben. Diese Frauen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit weder politisch links noch sonderlich kapitalismuskritisch sein, sonst hätten sie es gar nicht erst in entsprechende Karriereplätze geschafft von wo aus der Sprung an die Spitze möglich ist. Bermerkenswerter Weise lehnen gerade diese Frauen eine Quote aber oft ab.“ (hier nachzulesen)

Nun scheint auch Helga Hansen (ehemals Mitglied der Mädchenmannschaft) gemerkt zu haben, dass eine Frauenquote (allein) zumindest der Feministischen Bewegung herzlich wenig nützen wird. In Ihrem neuen Blogartikel schreibt sie:

„Nun wird bei der Zeit Sabine Rückert die erste Chefredakteurin. Yay, mag sich die geneigte Feministin denken, endlich eine Frau. Doch so toll ist das nicht, wie das Missy Magazine zusammengetragen hat.Eine Journalistin also, die sich während ihrer gesamten Karriere nur mit antifeministischen Positionen profilierte. Die die feministische Bewegung diskreditierte, wo sie nur konnte. (…) Wie die Missy stelle auch ich mir die Frage: Reicht uns das? Geht es darum, einfach irgendeine Frau zu pushen? Auch wenn diese im schlimmsten Fall auf Kosten anderer Frauen Karriere macht, gar eine explizit frauenfeindliche Agenda verfolgt?“

Herzlichen Glückwunsch möchte man da ausrufen! Für die erstaunliche – und reichlich späte – Erkenntnis, dass eine Frauenquote jenseits der molligen akademischen Staatsförderung im universitären Bereich keineswegs Feministinnen an die Schalthebel der Macht befördern wird. Oder wie es neulich in der taz zu lesen war:

„In der Wirtschaft kommt nach oben, von wem sich ein Unternehmen Gewinne verspricht. Sie werden nicht Vorstand, wenn Sie signalisieren, Sie wollen eine menschliche Arbeitswelt schaffen und alles schön sozial machen. Wer Macht will, muss dem System dienen – ganz unabhängig von der Geschlechterfrage.

Ich kenne einfach zu viele erfolgreiche Frauen, die sich ganz locker mit diesem harten System arrangieren, davon massiv profitieren und es sogar vorantreiben. Diese Frauen sind nicht besser als Männer – sie sind die besseren Männer!

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