EMMA und die Prostitution

Wenn man über „den“ Feminismus schreibt sollte man zumindest grob unterscheiden zwischen dem „alten“ Feminismus, den z.B.  Alice Schwarzer und ihre Zeitschrift EMMA vertreten und dem „neuen“ Feminismus, der sich z.B. bei der mädchenmannschaft wiederfindet. Beide Lager positionieren sich z.B. in Bezug auf dem Umgang mit Prostitution, BDSM aber auch dem politischen Islam oft gegensätzlich.

Der Feminismus in der EMMA führt eigentlich seit ihrer Entstehung einen permanenten (und erfolglosen) Kreuzzug gegen die Legalisierung von Pornographie und Prostitution. Die politische Forderung der EMMA ist das Verbot von Prostitution.

Auf der Startseite der Website der EMMA wird vollmundig für ein Dossier geworben:

„In ganz Europa gilt Prostitution als Verstoß gegen die Menschenwürde. Nur in Deutschland nicht. Warum?“

In ganz Europa? Der kundige Leser runzelt hier schon mal die Stirn. Immerhin ist Prostitution neben Deutschland in folgenden europäischen Ländern legal:
– Österreich

– Schweiz

– Dänemark

– Finnland

– Griechenland

– Niederlande

– Belgien

– Spanien

– Ungarn

In einigen weiteren Ländern wird sie zumindest geduldet.

Ruft man bei EMMA das so gepriesene Dossier auf, heißt es dort plötzlich nur noch:

„Eine Bestandsaufnahme: In ganz Westeuropa wird Prostitution als Verstoß gegen Menschenrechte und Menschenwürde diskutiert, in immer mehr Ländern wird der Kauf sexueller Dienstleistungen bestraft.“

Hoppla. Statt von „ganz Europa“ ist hier plötzlich also nur noch „Westeuropa“ die Rede (was auch nicht stimmt). Und auch die markige Behauptung, dass Prostitution hier (in Westeuropa) unstreitig als Verstoss gegen die Menschenwürde „gilt“ ist jetzt der schwammigen Aussage „wird als Verstoß diskutiert“ gewichen. Ganz so eindeutig wie EMMA es zunächst probagieren möchte ist die europäische Haltung zur Prostitution also nicht.

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One Comment on “EMMA und die Prostitution”

  1. Ich selber bin eine Germanistikstudentin und arbeite SEHR gerne als Prostituierte, jeder weiß es, dass ich es mache. Ich will es nicht verheimlichen! Was ist das Problem? es ist eine ganz normale Tätigkeit wie jede andere! Es ist die einzige Möglichkeit, um mein Studium und Ausgaben zu finanzieren …
    Amira Passarge (Nina-Karlsruhe, Nina-München, bw7)


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