Politischer Feminismus

Ein Grundproblem des Feminismus als politische Bewegung ist die Selbstversicherung der eigenen Bedeutsamkeit. (Feminismus gibt es nun schon eine ganze Weile, Alice Schwarzer z.B. wird 70.)Feminismus muss es daher vermeiden als schwach und gesellschaftlich irrelevant wahrgenommen zu werden. Deswegen wird auf der einen Seite oft und gerne betont wiviel Feminismus bereits „für die Frauen erreicht habe“.

Auf der anderen Seite muss der Feminismus dagegen ankämpfen, dass die Gleichberechtigung/Gleichstellung von Mann und Frau als vollzogen angesehen wird, denn dann würde er durch Zweckerreichung überflüssig werden.

Feminismus benötigt als Argumentationsgrundlage also die Behauptung schon sehr viel erreicht zu haben und gleichwohl sich noch immer im Zustand der Unterdrückung zu befinden.

Feminismus lebt also politisch davon politisch unerfüllte Forderungen beständig anzuprangern und bereits erfüllte Forderungen durch neue, noch weitergehende Forderungen zu ersetzen.

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One Comment on “Politischer Feminismus”

  1. silver price sagt:

    Zu der Formulierung der These zwei kamen wir über die Feststellung der Frauenbewegung der 1970er Jahre „ Das Private ist politisch “. Diese Feststellung ist damals entstanden, als Frauen/Lesben den Widerspruch öffentlich machten, daß Männer (Frauen/Lesben) emanzipatorische Veränderungen in der Gesellschaft anstrebten, im Privatleben aber patriarchales Verhalten in den alten Geschlechterrollen weiter führten. Für jede/n deutlich sichtbar wird dies beim Thema Gewaltanwendung. Die Veränderung der Gesellschaft beinhaltet die Veränderung des privaten und persönlichen Seins. Wir haben diese These nicht abstrakt bearbeitet, sondern waren bei unseren Diskussionen sehr schnell bei dem Bereich Beziehungen und Liebesbeziehungen sowohl heterosexueller als auch lesbischer Art und bei unseren eigenen Erfahrungen und Lebenszusammenhängen. Wir haben über unsere Wünsche in bezug auf Beziehungen und allgemein den Umgang miteinander gesprochen. Wir finden es wichtig zu betonen, daß das Private und damit auch unsere Beziehungen politisch sind, daß jede aber auch das Recht auf ihre Privatheit hat, wenn sie es wünscht. Auch die Entscheidung, etwas als privat anzusehen, ist politisch.


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