Lantzsch / Deutsch zum Thema „Flausch“

Wer dachte, es gäbe auf dieser Welt vielleicht was Harmloses, von dem Lantzschi sich mal nicht getriggert fühlen könnte hat sich getäuscht, wie Ihr Kommentar zum Thema „Flausch“ zeigt.

Leider sind Lantzschis Texte üblicherweise nicht sonderlich verständlich geschrieben. Als besonderen Service bieten wir unsern Lesern daher eine kleine Übersetzung des Originaltextes von Lantzschi:

„Die Sache an den Persönlichkeiten, die gerade ausgetragen werden und auch über „Flausch“ kommuniziert werden (nämlich: wer flauscht nicht und warum?) ist, wie ich finde, schon stark an gesellschaftliche Machtverhältnisse gekoppelt, was wiederum auswirkungen auf das Zwischenmenschliche hat und umgekehrt.“

Erläuterung zum Textverständnis: Bei Lantzschi ist übrigens ausnahmslos ALLES an gesellschaftliche Machtverhältnisse gekoppelt.

„Hinzu kommt, dass hier offenbar Wissenshierarchien existieren, die im Netz kaum offengelegt werden können, ohne persönliche Nahbereiche zu tangieren und damit Grenzüberschreitungen zu tätigen oder es eine Positionierung der Beteiligten nach sich ziehen würde.“

Subtext: Ich bin klüger als Ihr! Und Ihr seid neidisch!

„Komischerweise werden sie aber von einigen offengelegt und von anderen nicht. Einige holen sich Bestätigung über’s Netz ab oder bekommen sie zugesendet, andere nicht.Wenn sich in den Kommentaren aufgeschwungen wird, andere Personen zu verteidigen und das Ganze zu personalisieren, dann finde ich das schon bemerkenswert, wer sich diese Verteidigungshaltung eigentlich leisten kann und wieso überhaupt der Verteidigungsmodus angeschalten wird. Helgas Argumentation scheint sofort diskreditiert, obwohl sie über allgemeingültige Sachen schreibt. Sie darf nicht von ihrer persönlichen Ebene abstrahieren und universale Aussagen treffen wie (kurz gesagt: Flausch hängt mit Geschlechterverhältnissen zusammen), anderen wiederum wird dieser Universalismus sanktionsfrei zugestanden, weil wir sind ja alle irgendwie flauschbedürftig.“

Übersetzung: Mir gefallen einige der Kommentare zu Helgas Artikel nicht.

„Klar sind wir das, ich erwarte aber von einem sich emanzipatorisch verstehenden Umfeld ein bisschen mehr Selbstreflexion. Das eigene Flauschbedürfnis in einen größeren Kontext zu setzen und mal zu gucken, wem ich den Raum wegnehme, welches Bedürfnis ich vielleicht übertöne. Ich könnte jeden Tag Rumschreien, Weinen, mir die Haare ausreißen, ich brauche ganz oft Nähe, um überhaupt verarbeiten zu können, was mir in meiner sozialen Position tagtäglich widerfährt. Und dann triggert es mich uuuuunglaublich, wenn ich in meiner Filterbubble lesen muss, wie sich andere den Bauch kraulen lassen für Dinge, die mit diskriminierendem Alltag nichts zu tun haben. Oder für Selbstverständlichkeiten.“

Übersetzung: Warum kriegen Andere  mehr Flausch als ich, obwohl ich ihn nötiger brauche?

„Es geht nicht darum, dass alle gleich viel Flausch kriegen sollen, sondern dadurch ganz offensichtlich Machtverhältnisse erneut unsichtbar gemacht werden und zwar in einem Raum, der für viele ein Safer Space ist, für manche sogar der einzige, weil der Meatspace keinen solchen bereit stellt/bereit stellen kann.“

Erläuterung zum Textverständnis: Bei Lantzschi ist übrigens ausnahmslos ALLES an gesellschaftliche Machtverhältnisse gekoppelt

„Ich finde es gelinde gesagt traurig, dass sich auf Ideen und Gestaltungsvorschläge eines solchen Raumes, wenn überhaupt Reaktionen kommen!, nur ein: „Nein, das Internet ist so und so!“ Da denke ich mir doch, sonst immer die Klappe aufreißen und gegen alle (zu Recht) wettern, die zwischen Reallife und Internet trennen und wenn’s wirklich ans Eingemachte geht, kalte Füße bekommen…Ich sehe Flausch nur als einen Kanal, ein liberales Zuneigungsinstrument, das allen offensteht, relativ hürdefrei funktioniert, aber von dem doch wieder die gleichen profitieren, die auch schon draußen im stürmigen Umfeld der Machtverhältnisse besser davon kommen als andere. Und weil Flausch ja gerade so knuffig ist, erscheint die Kritik daran als unangemessen und unfair, es lenkt ab von den Problemen, auch von den persönlichen, macht Dinge unsagbar, die dringend diskutiert gehören, wenn wir die Idee eines fairen und awaren Miteinanders nicht aufgeben wollen.“

Subtext: Obwohl Flausch kostenlos verteilt wird krieg ich irgendwie nicht so viel ab wie andere. Wer offline beliebt ist, der ist es auch online.

„Flausch doch selbst, wenn’s dir nicht passt!“ „Du kannst doch flauschen, wen du willst!“Flausch (und auch das Internet als Medium und Kommunikationsmittel, aber das würde jetzt zu weit führen) ist super anschlussfähig an diese Liberaldenke von wir sind alle gleich und deshalb können wir auch alles. Ich wünsche mir einfach, dass auch in unseren feministisch inspirierten Filterbubbles mehr Awareness produziert wird und sich nicht die gleichen Ausschlussvorgänge und Dominanzen ständig wiederholen. Ich glaube einfach nicht, dass sich Twitter und wenn sich einige noch so nahe stehen, nicht eignet, um da wirklich aufgefangen zu werden.

Subtext: Ich will mehr Flausch!

„Ich lese jeden Tag depressive, suizidale, fröhliche, schmerzige, wütende, laute und leise Tweets. Ich finde vieles davon absolut grenzüberschreitend und teilweise kackscheißig, aber ich sage nichts, weil ich den Kontext nicht kenne und mir denke: „Gnaah, irgendeinen Grund wird’s schon haben“, wenn ich die Leute halbwegs kenne.“

Übersetzung: Ich lese halt Twitter wie jeder andere auch.

„Andere werden halt entfolgt, um mich zu schützen. Klar, hat das, wie du schreibst, mit Stabilität zu tun. Aber nicht, damit ich dieses Bild nach außen geben kann, sondern für mich selbst. Mute und Unfollow oder auch mal ein passiv-aggressiver-140-Zeichen-Rant sind Selbstschutz und der Ruf nach Solidarität, die Kritik an Raumeinnahme. Ich muss mich leiser stellen, damit ich mich schütze, während andere diesen Raum ohne zu fragen besetzen und alles vollflauschen?“

Übersetzung: Während ich alle Hände voll zu tun habe, Kritik an meiner Person oder meinem Weltbildzu  blocken oder dagegen rumpöbel (=rant)  redet alle Welt nur von Flausch und beachtet mich nicht genug!

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3 Kommentare on “Lantzsch / Deutsch zum Thema „Flausch“”

  1. hottehü sagt:

    leute, das ist doch zeitverschwendung. das mädel greint nach aufmerksamkeit, und ihr springt übers stöckchen.

  2. Tino sagt:

    Was für Drogen muss man nehmen um so einen Bullshit zu schreiben.

    Naja Frauen können es sich anscheinend leisten. Kein Mann würde mehr ernstgenommen werden bei solchem Dummfick.

  3. Das erschreckende ist ja auch, dass Lantzschi nicht etwa ein Randmeinung wiedergibt, sie ist ja anerkannt mit ihrer Auffassung, die durchaus der Theorie des Feminismus entspricht und in diesen Bereichen nicht als extrem gilt, obwohl sie es ja deutlich ist.

    Bei Flausch muss ich immer an sich lausende Affen denken. Es ist irgendwie ein ähnliches Prinzip und übernimmt auch eine ähnliche Funktion des Stressabbaus.


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