Lord of the Flies

Da trifft sich also eine Gruppe junger Menschen zu einem aufregenden Wochenende in St. Georgen. Die jungen Leute gehören zu den Falken einer „sozialistischen Jugendgruppe“. Man versucht im kleinen die Idealgesellschaft zu spielen, von der man im Großen träumt:

Wir haben versucht, eine Infrastruktur zu schaffen, in der möglichst vielen Teilnehmer_innen möglichst viel (sicherer) Raum gegeben werden konnte: Es gab ein Medienzimmer mit Büchern, Podcasts und Zines, in das man sich zurückziehen konnte, wenn man ein bisschen Ruhe wollte, es gab einen Frauen_Lesben_Trans*-Raum, der von der Gruppe als solcher respektiert wurde und ein Awarenessteam1. Eine Gruppe hatte am Freitag das meist warme, vegane Essen vorbereitet und vorgekocht, sodass im Laufe des Wochenendes nicht mehr ganz soviel Küchenarbeit anfiel. Für die nichtvegane Ernährung gab es morgens Käse und Wurst aufs Brötchen. Aufgaben wie Spülen, Putzen, Wischen oder Tisch decken übernahmen die Teilnehmer_innen gemeinsam und ich hatte den Eindruck, dass sich alle dafür verantwortlich fühlten und jede_r da anpackte, wo sie_er konnte.

Hossa – der Kommunismus ist da! Leider hat man dabei wohl neben dem gesonderten Frauen_Lesben_Trans*-Raum den gesonderten Raum für alle die leider nicht Frauen_Lesben_Trans* sind vergessen. Aber wer wird da kleinlich sein wenn sonst alles so supi läuft.

Auch die Ideale Gesellschaft benötigt natürlich ein paar Grundregeln:

„Gleich zur Begrüßung stellten wir das Definitionsmacht-Konzept vor und erklärten, warum wir uns vorab dafür entschieden hatten.“

Mit „wir“ ist hier vermutlich das „Orga-Team“ gemeint, dass sich „dafür entschieden hatte“, dass sich die teilnehmenden Jugendlichen diesem Konzept in den nächsten Tagen unterzuordnen hätten.

„Alles in allem hatte ich ein wahnsinnig ermutigendes, erhellendes, lehrreiches, anstrengendes, aufwühlendes, schönes und verheißungsvolles Wochenende.“

Scheint dann ja auch ganz toll funktioniert zu haben. Fast.

In der gemeinsamen Reflektionsrunde am Sonntag, außerdem in Gesprächen unter vier Augen und in einer Feedback-Email äußerten sich mehrere Teilnehmer über die Atmosphäre am Wochenende. Männer* schilderten: Sie haben sich angespannt gefühlt, hatten Angst, etwas falsches zu sagen oder zu tun, fühlten sich durch das als aggressiv empfundene Vorstellen des Definitionsmacht-Verfahrens vorverurteilt oder als Mann unter Generalverdacht gestellt. Die Definitionsmacht am ersten Abend und während der Begrüßung zu erklären, habe einen negativen Ausblick hergestellt, stattdessen hätte man sich vorfreudig auf die schöne gemeinsame Zeit berufen sollen. Dass der Umgang mit einer Grenzüberschreitung teilweise innerhalb der ganzen Gruppe stattfand, wurde als störend und bedrückend für das Gruppenklima empfunden. Manche Männer* und eine Frau* äußerten, dass sie das gesamte Wochenende über einen Zwang zu Political correctness und zu Harmonie empfunden haben und sich dadurch nicht frei fühlen konnten.

Das klingt ja nicht mehr GANZ so harmonisch. Zwang zur political corectness? Unfreiheit? Aber nicht mit dem feministisch geschulten Orga Team! Hier musste dringend mal was klargestellt werden:

„Wenn du mackerisch bist, muss es sich scheiße anfühlen, wenn andere dein Mackerverhalten angreifen. Wenn du sexistisch handelst, muss es sich scheiße anfühlen, wenn andere deinen Sexismus thematisieren.

„Wenn du ein Mann* bist, muss es sich scheiße anfühlen, wenn dir die nichtmännlichen Leute um dich rum erklären, welche Privilegien du besitzt. Wenn du breitbeinig dasitzt und mit deiner Stimme einen Raum beherrschst, muss es sich scheiße anfühlen, wenn andere dir schildern, wie ohnmächtig und verloren sie deine Dominanz machen kann.“

Kannste mal sehen Jugendfreund von den Falken. Wenn Du per Definitionsmacht-Konzept als Scheiße definiert wirst – dann BIST Du Scheiße – kapiert? Tiefsitzende psychologische Probleme werden da bei DIR sichtbar:

„Dein Abwehrverhalten gegen die Definitionsmacht der Betroffenen zeigt vor allem dies: Du hast Angst, dass jemand dein Verhalten ihm_ihr gegenüber als Grenzverletzung einstufen könnte, ohne dass du dies geplant oder gewollt hast. Und eine Grenzverletzung, die du nicht gewollt hast, ist deiner Meinung nach gar keine Grenzverletzung, weil du nur Gutes im Sinn hast und weil du kein Vergewaltiger bist. Du glaubst, das selbst am besten zu wissen. Du sprichst der_dem Betroffenen ihre_seine Definitionsmacht, die du ihm_ihr vor ein paar Minuten noch großzügig zugestanden hast, wieder ab.

Sagen wir es ganz deutlich. Wenn Du Dich in unserer Definitionsmacht-Minigesellschaft an diesem Wochende als Mann schlecht gefühlt hast, dann ist das gut so!

„Die Erfahrung zu machen Ich werde nicht gehört, ich bin unwichtig, meine Meinung zählt nicht soviel wie sonst, meine Sicht der Dinge ist nicht die einzige wahre, objektive Sicht, nach der sich alle richten hat noch keinem Mann* geschadet.

Genau! Hat noch keinem geschadet! Und jetzt wegtreten zum selbstkritischen Rechenschaftsbericht Jugendfreund Falke!

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22 Kommentare on “Lord of the Flies”

  1. Skye sagt:

    Man könnte fast denken, meine Bravo-Zerpflückungen haben dich inspiriert 😉 Aber ja. Wie immer in meiner Gedankenwelt: Ich verstehe, worauf sie hinaus will, und ich verstehe auch das Konzept der Privilegientheorie. Ich finde nur die Umsetzung nicht zielführend.
    Ja, männliche, weiße, heterosexuelle, Cis-Menschen können Diskriminierung nicht wirklich nachvollziehen oder nachfühlen. Muss man sie jetzt deswegen gruppenmäßig bestrafen, im Zweifel mit Liebesentzug? Es gibt doch auch Männer, die unter Rollenklischees leiden. Klar, gibts auch Macker, Machos und Idioten. Aber werden die wohl kaum auf solche Veranstaltungen gehen, und wenn er sowas im Vorfeld hört, wird er es auch nicht tun.

    Sprich: Man reproduziert fröhlich seine Peergroup und die wenigen Männer*, die man erreicht, redet man ein schlechtes Gewissen ein. Voll zielführend.

    • Clochard sagt:

      Zitat : Ja, männliche, weiße, heterosexuelle, Cis-Menschen können Diskriminierung nicht wirklich nachvollziehen oder nachfühlen.
      Zitatende

      Wie kommst du auf die völlig absurde Idee ?

      • elitemedium sagt:

        Das kommt vermutlich auf die Art der Diskriminierung an und es gibt wahrscheinlich viele Arten von Alltagsdiskriminierung, die diese Gruppe nicht ausgesetzt ist.

      • Clochard sagt:

        @ Elitemeidum : Das gilt für alle anderen Gruppen ganz genauso. Einer großen Gruppe von Menschen die Fähigkeit abzusprechen, kraft Geburt überhaupt Diskriminierungsopfer sein zu können ist gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, ist der erste Schritt dieser Gruppe die Menschlichkeit abzuerkennen und steht daher in einer Tradition mit schrecklichen Dingen der Vergangenheit, wo ebenfalls Gruppen von Menschen kraft Geburt die Menschlichkeit abgesprochen wurde.
        Den oben genannten Satz könnte man unter Beibehaltung des Sinngehalts daher ebensogut umformulieren in : Untermenschen können nicht diskriminiert werden.

        Und das wäre nicht einmal ein besonders origineller, neuer Gedanke. Ich verweise dazu auf meine Artikelserie : http://maennergedanken.wordpress.com/2012/04/14/der-entbehrliche-mann-oder-wann-ist-ein-mann-ein-mann-teil-1/

      • elitemedium sagt:

        @clochard
        Skye sagte nicht, dass bestimmte Gruppen nicht Gegenstand von Diskriminierung sein können, sondern dass bestimmte Gruppen bestimmte Arten der Diskriminierung „nicht nachvollziehen können“. Das ist eine völlig andere Aussage.

      • Clochard sagt:

        @ Elitemedium : Das sagte Skye nicht, weil wenn das so gesagt worden wäre, hätte ich keinen Grund mich aufzuregen. In der Aussage :
        „Ja, männliche, weiße, heterosexuelle, Cis-Menschen können Diskriminierung nicht wirklich nachvollziehen oder nachfühlen.“
        steht ja das Nomen Diskriminierung völlig alleine da, unbegleitet von einem Attribut oder etwa einem einschränkenden Nebensatz.

      • JennyDreck sagt:

        Wow alter, bist du professioneller Falschversteher oder machst du dir einfach einen Spaß daraus Sätze so hart daneben zu interpretieren?
        Ich glaube ich kann am besten beurteilen was Skye meinte, weil ich daneben saß und jeden Gedanken verfolgen konnte Oo.
        Gut nur ist, dass niemand mehr versuchen muss dich von jeglicher Art der Diskussion zu disqualifizieren, dass hast du spätestens selbst gemacht als du mit der Untermenschen Keule gekommen bist.

        Effektiv hast du keinen Grund dich aufzuregen, viel mehr hat jeder vernunftbewusste Mensch nun das Recht dir derbst eins auf die Omme zu hauen weil du nicht dazu in der Lage bist einfache Sätze zu verstehen, da von dir noch zu erwarten, dass du eine ganze Thematik verstehst, wird schwer.
        Also… entweder du hörst auf so einen Dummschwall von dir zu geben oder du liest dir das ganze nochmal durch und überdenkst, was du gerade von dir gegeben hast und revidierst es.

      • godsboss sagt:

        @JennyDreck: Tut mir leid, aber was Skye meinte, ist völlig irrelevant, weil die Leser seiner Beiträge nunmal nicht das wahrnehmen, was er tatsächlich meint, sondern nur das, was er schreibt. Clochard hat das schon richtig verstanden.

      • godsboss sagt:

        Korrektur: Statt „er“ muss es natürlich „sie“ heißen, statt „seiner“ „ihrer“.

    • elitemedium sagt:

      @all
      Es ist ziemlich unproduktiv darüber zu diskutieren, wie man eine Aussage verstehen durfte, wenn derjenige der sie getroffen hat dies inzwischen klargestellt hat und damit offensichtlich ist was gemeint war.

      Zur Vertiefung auch noch einmal hier nachlesbar:
      http://bollocksandbitches.blogspot.de/2012/05/feminismus-101-was-mir-unsagbar-auf-den.html?showComment=1336144315849

      dort sagt Skye ja:

      „Ich danke euch erstmal für die vielen Kommentare, und um etwas zu sagen: Ich verstehe schon, waorauf Clochard hinauswill, und ja, wenns tatsächlich so gemeint wäre („ausnahmslos ALLE Männer verstehen keine Diskriminierung!!!einselftausend!“, dann wäre das ziemlich doof. Ich habe halt einen Kommentar geschrieben und nicht jedes Wort von jedem möglichen Blickwinkel aus betrachtet. Aber das, was Clochard da macht, verstehe ich als absichtliches Falschverstehen. Wie Alina gesagt hat: „Das auch ein weißer, heterosexueller Cis-Mann diskriminiert werden kann, ist wohl jedem Wesen mit gesundem Menschenverstand klar.“ Ebenso der Text von Franziska: Argh, stimmt, ich war selber so in der Hitze des Gefechts, dass ich das ein bisschenüberinterpretiert habe. Ich selber finde auch, dass es gar nicht mal so falsch ist, was sie schreibt (auch wenn ich die Methode immernoch fragwürdig finde, schlechtes Gewissen machen ist nie förderlich), aber alleine daran, was der Text für Wellen geschlagen hat, sieht man schon dieses…geifernde Alles-Falsch-Verstehen, was mich so nervt.“

      @godsboss
      Insoweit ist es auch nicht etwa irrelevant was skye tatsächlich gemeint hat.

      • godsboss sagt:

        Dein Hinweis auf den Blog-Eintrag von Skye ist zwar nett, aber wenn du auf das Datum schaust, wirst du feststellen, dass er Tage nach Clochards Beiträgen erschienen ist. Abgesehen davon hast tatsächlich erst du jetzt durch deinen Kommentar ihre klärende Aussage dieser Diskussion hinzugefügt.

        Übrigens ist immer noch irrelevant, was sie meinte, denn theoretisch kann auch der Inhalt ihres Blog-Beitrags davon abweichen.

  2. JennyDreck sagt:

    Jo, ich hab mir das gleiche Gedacht als ich den Artikel gelesen haben.
    „Dieses Wochenende, fühlen wir uns alle ganz dolle wohl in unserer harmonischen Kuschel-Flauschel Gesellschaft! Ausser euch Männer, ihr habt euch harmonisch scheiße zu fühlen. Denn ihr seid Männer und wenn ihr euch unter Generalverdacht gestellt fühlt, dann ist da ja auch was dran!“
    Und wenn ihr glaubt, dass euch nicht viele Menschen mögen und euch keiner ernst nimmt… joar.
    Dass der Zweck nicht die Mittel heiligt hat die Geschichte doch schon lange bewiesen… dachte ich :/.

  3. hottehü sagt:

    Ja, männliche, weiße, heterosexuelle, Cis-Menschen können Diskriminierung nicht wirklich nachvollziehen oder nachfühlen.

    natürlich nicht, denn die entsteht zum größten teil im kopf der „diskriminierten“. es handelt sich um eine narzisstische kränkung, anders zu sein und nicht der mehrheit anzugehören.

    • elitemedium sagt:

      Diese Aussage ist zu pauschal.

      • hottehü sagt:

        sie ist die quintessenz. schau dir die „male privilege checkliste“ an:
        http://www.amptoons.com/blog/the-male-privilege-checklist/

        wenn du da immer an der stelle „because of my sex“ einsetzt „weil ich dick bin“, „weil ich linkshänder bin“ oder „weil ich eine glatze habe“, dann stimmt es in den meisten fällen immer noch.

        noch deutlicher wird es hier:
        http://queersunited.blogspot.de/2008/10/heterosexual-privilege-checklist.html

        jemand, der nicht hetero (oder was auch immer) ist, kann natürlich nicht wissen, wie es sich anfühlt, hetero zu sein und ist auf seine phantasie angewiesen, was die vermeintlichen privilegien von heteros angeht. immer, wenn er mit schwierigkeiten konfrontiert wird, kann er sein selbst gefühltes „anders sein“ als grund einsetzen. möglicherweise ist den heteros sein anderssein ziemlich egal, nur ihm selbst halt nicht. der nicht-hetero weiß nicht, wie ein leben als hetero aussieht und kann gar nicht beurteilen, ob es sich um privilegien handelt. somit ist diese argumentation zirkelschlüssig. wenn jemand nicht nachvollziehen kann, wie sich andere fühlen, dann kann er eben auch nicht beurteilen, was für andere privilegien sind.

        für den konkreten fall bedeutet das, wenn die bloggerin meint, breitbeiniges sitzen wäre ein privileg, dann findet dieses „privileg“ allein in ihrem kopf statt. sie projiziert es in die breitbeinig sitzenden hinein, um in ihrer passiven opferrolle verharren zu können. de facto hat aber breitbeiniges sitzen mit dem gefühl der bloggerin ursächlich gar nichts zu tun. sie könnte selbst auch breitbeinig sitzen und laut reden oder dem sitzen von anderen für sich eine andere bedeutung zumessen. dass sie es nicht kann oder will, liegt nicht an denen, die breitbeinig sitzen, sondern an ihrer eigenen befindlichkeit, die sie nicht zu ändern bereit ist. für diese befindlichkeit gibt es diverse ursachen – das ist unbenommen. nur das konkrete breitbeinige sitzen gehört nicht dazu. die bloggerin nimmt SICH SELBST als diskriminiert wahr. egal ob sie es ist oder nicht, sucht sie immer wieder bestätigungen für ihre selektive selbstwahrnehmung. und da sie sich primär selbst als „anderes“ empfindet, wird sie diese bestätigung auch immer wieder finden bzw. sich selbst in situationen begeben, die sie bestätigen.

  4. Manifold sagt:

    Diese gute Zerlegung entlarvt den tief sitzenden Hass der Feministinnen gegenüber dem Männlichen an sich, welcher so weit geht, dass sogar mit der Unschuldsvermutung, ja sogar das Männliche an sich gebrochen werden soll. Denn nur dann fühlen sich diese armen, „nichtmännlichen“ Menschen nicht mehr von breitbeinigen, sonoren Männern eingeschüchtert – Mädels, lasst euch ein Rückgrat wachsen …

    @ Skye:

    Du lebst wohl hinter dem Mond, wenn du ernsthaft meinst, dass „männliche, weiße, heterosexuelle, Cis-Menschen können Diskriminierung nicht wirklich nachvollziehen oder nachfühlen“.

    Schon mal was von der einsetigen Wehrpflicht nur für Männer gehört, die nachwievor in Österreich, Finnland, Russland und der Schweiz existiert und in Deutschland nur temporär ausser Kraft, jedoch nicht komplett abgeschafft wurde (und dies auch nur aus finanziellen Gründen …)?

    Schon mal vom ungleichen Rentenalter für Männer und Frauen gehört, welche in Österreich Frauen ganze fünf (!) Jahre früher in Pension gehen lässt, obwohl sie im Schnitt auch noch fünf Jahre länger leben?

    Bist du dir schon dem intensiven Männerhass in Medien und Werbung begegnet, welcher von unserer Gesellschaft als völlig selbstverständlich betrachtet wird? Dass Männer systematisch als halbe Menschen, emotionale Krüppel, degenerierte Aggressoren und potentielle Vergewaltiger porträtiert werden?

    Schon mal von der systematischen Diskriminierung der Männer beim Sorgerecht gehört, welche Mühe haben, ihr Kind auch nur nach der Scheidung regelmässig sehen zu dürfen, obwohl die überwältigende Mehrheit der Väter sich auch dann noch um ihre Kinder kümmern wollen? Stattdessen dürfen sie nur noch den Zahlesel spielen – ich habe deshalb vollstes Verständnis für jeden Unterhaltsflüchtling.

    Schon mal gedacht, wie gestört es ist, dass ein Mann in Deutschland kein Recht darauf hat, ab Geburt zu wissen, ob das Kind, dass er gerade in Händen hält, tatsächlich sein eigenes ist? Während die Mutter eine natürliche Sicherheit in diesen Dingen hat, verbietet es die Gesellschaft den Männern, Vaterschaftstests selber durchzuführen und somit die gleiche Gewissheit zu erhalten.

    Dies sind nur einige der zahllosen GESETZLICHEN und JURISTISCHEN und somit HANDFESTEN Benachteiligungen von Männern in Europa – welche im Gegensatz zu den Wohlfühlproblemchen und Lügenparaden wie „zu wenig Frauen in Vorstandsetagen“ und die peinliche Lüge der sogenannten „Lohndiskriminierung“ (mal ehrlich, wenn Frauen 23 % weniger Lohn für die GLEICHE Arbeit bekämen, wer würde dann noch ernsthaft Männer einstellen?) ein ganz anderes Kaliber aufweisen. Hier eine ausführliche Beschreibung der wichtigsten Benachteiligungen, welche Männer alleine in Deutschland treffen:

    http://manndat.de/ueber-manndat/was-wir-wollen

    Da können diese ach so armen trans-Weiber und andere Randgruppen sich noch so ausheulen – Fakt ist, sie werden nicht annähernd so schwer durch Gesetz und Rechtsprechung diskriminiert wie Männer. Vielmehr trifft genau das Gegenteil zu – Frauen und all deine Randgruppen begreifen nicht einmal ansatzweise, was harte und systematische GESETZLICHE Diskriminierung der Hälfte der Bevölkerung überhaupt ist, geschweige denn, wie es sich anfühlt.

    Dir empfehle ich, dringend deinen Horizont zu erweitern, wenn es um das Thema „Diskriminierung“ geht und nicht nur privilegierte Randgruppen ins Auge zu fassen, sondern auch den ganz gewöhnlichen Mann von der Strasse.

    Maskulistische Grüsse,
    Manifold

    Die Söhne von Perseus

    • elitemedium sagt:

      Der Artikel bezieht sich auf die persönliche Sichtweise EINER radikalen Feministin. Die Gruppe der Feministinnen ist nicht homogen. Besonders die radikalen Feministinnen äußern sich ja auch ablehnend gegenüber Heteros und Weißen als Gruppe und damit auch gegen viele Frauen.

      Es wird jedoch deutlich, dass durch das Konzept der Definitionsmacht keine gerechtere Gesellschaft entsteht, sonder nur andere Machtstrukturen.

      Es ist fraglich ob dahinter „Männerhass“ steckt. Vielleicht ist es nur ein eigener Machtanspruch verbunden mit absoluter Gleichgültigkeit.

      Wehrpflicht ist ein schwieriges Thema und auch von Maskulisten nicht widerspruchsfrei gewertet. Im Deutschland ist sie zumindest faktisch abgeschafft.

      Ob man verschiedene Arten von Diskriminierung gegeneinander aufrechenen kann (wer wird mehr diskriminiert) erscheint uns fraglich.

      • Tino sagt:

        Aber es ist doch zweifellos so, dass das Geheule um ein paar Euro widerlich ist, wenn andere Menschen zum Töten und Sterben gezwungen werden oder etwa nicht.

        Das hat nichts mit Aufrechnen zu tun. Das Eine sind Nichtigkeiten, dass Andere bedroht menschen mit dem Tod.

      • Neckisch sagt:

        @elitemedium „Der Artikel bezieht sich auf die persönliche Sichtweise EINER radikalen Feministin. Die Gruppe der Feministinnen ist nicht homogen.“

        Achduschitte, jetzt versuchst du es mit Nafalting.

  5. BasementBoi sagt:

    Der Artikel von Franziska ist natürlich meinem Empfinden nach, grober Unfug.

    Das zugrundeliegende Thema; ‚Definitionsmacht‘ ist allerdings sehr interessant, weil es einem nicht nur beim Thema Vergewaltigung begegnet, sondern ganz subtil in allen Sphären des Alltags und der Gesellschaft.

    Überall dort wo die kultukompetentere Rolle des anderen vorausgesetzt und akzeptiert wird, entstehen Hierachien.
    Chef/Angestellter, Laie/Experte, Priester/Gläubiger etc.

    Damit einher geht auch das man den anderen die Beurteilung bestimmt Normen, die für diese Beziehungen zentral sind, überläßt.
    Jedes infragestellen dieser, kann dann gleichzeitig als ‚Fehlverhalten‘ vom anderen interpretiert werden, denn dieser hat ja die alleinige Definitionsmacht inne was korrektes Verhalten in ‚Beziehungen wie unserer‘ angeht.
    Schon sitzt man in der Falle, wenn man es nicht schafft sich z.b. durch Metakommunikation von den selbst angelegten ‚geistigen Fesseln‘ zu befreien.
    Man beurteilt ja das eigene Verhalten durch die Rahmung des anderen, durch diesen rhetorischen Taschenspielertrick bringt man sich um alternative, ebenfalls ehrenvolle Verhaltensweisen.

    Ich denke ein wirklich progressiver Ansatz wäre es die Macht von Menschen über Menschen zu reduzieren bzw. soweit das geht zum Verschwinden zu bringen.
    Das ist aber gar nicht das Ziel von Franziska wie es scheint, sonst würde sie nicht auf Kosten der Opfer von Vergewaltigungen, hinterrücks ihre eigenen Machtinteressen verfolgen.

  6. BaWo sagt:

    @all
    ich bin eigentlich an dieser Diskussion völlig unbeteiligt eigentlich auch sogar nicht daran interessiert da hier anscheinend vorwiegend sehr radikale ansichten aufeinander prallen.
    vorweg: ich versuche generalisierungen zu vermeiden, nutze ich sie doch sollen die, auf die es nicht zu trifft sich doch bitte auch nicht angesrpochen/beleidigt fühlen.

    das unsere gesellschaft völlig offensichtlich männer dominiert ist will ich nicht bestreiten. das ist historisch gewachsen aus zeiten in denen physische gewalt das wichtigste machtmittel war. soweit so schlecht. ich will nicht bestreiten das frauen nach wie vor in vielen punkten mit klischees und benachteiligung zu kämpfen haben(schwangerschaft und arbeit, sie am herd er auf der arbeit, etc.) . allerdings gilt genauso das es eben aufgrund althergebrachter machtstrukturen auch bereiche gibt in denen mnner ganz klar benachteiligt werde. der grund dafür mag zwar das von männern aufrecht gehaltene bild der harten, kräftigen egomanen sein, das macht die sache aber keinen deut besser. wir leben in einer (annähernd) demokratischen gesellschaft mit humanistischen grundsätzen. und für eine solche gesellschaft ist die diskriminierung und benachteiligung von frauen genauso unwürdig wie die diskriminierung von männern. das männer in den bereichen Sorgerecht, Haushalt, Kindererziehung/Pädagogie eine schwierige bzw. benachteiligte position haben wird denke ich mal auch keiner bestreiten. und so leid es mir tut fällt es mir schwer in diesem kontext die position von transgendern nachzuvollziehen sodass ich mir einfach mal vorbehalte dazu keine meinung zu äußern. ich möchte aber eindeutig klarstellen das ich transgender und homosexualität(wo wir schon einmal dabei sind) akzeptiere. jeder hat das recht so zu leben wie es ihn glücklich macht.
    was mich an dieser ganzen diskussion kolossal stört ist, dass sie in der regel wenig zielführend ist und es oft nur darum geht die argumentative gegenseite komplett zu wiederlegen. scheinbar gibt es in solchen diskussionen wenig konsensbereitschaft. jede seite erachtet ihr modell als überlegen und scheint die gegenseite abstrafen zu wollen. „männer gehören bestraft für die jahrhunderte lange und immer noch andauernde diskriminierung der frau“ „frauen wollen sich nur an den männern rächen und sich das leben auf dem rücken der männer erleichtern“. die letzten beiden aussagen sind bewusst konstruiert und spiegeln nicht meine meinung wieder sie sollen nur verdeutlichen wie ir die ganze diskussion vorkommt.

    ernsthaft leute versucht auf die gegenseite einzugehen. eine vollständig geschlechter-/rassen-/sexualausprägungseinseitigkeit kann doch nicht ernsthaft euer ziel sein. öffnet euch für die gegenseite, wägt deren ber auch eure argumente ab und versucht fair und gerecht mit der meinung anderer umzugehe.

    zur klarstellung und einordnung: ich bin ein mann in den zwanzigern, heterosexuell, weiß und cisgender. wenn ich verallgemeinernd ein er für zb. leute oder man verwendet habe dann unbewusst und auch weil ich das sprache gender-mainstreaming zb. bei schüler_innen einfach stilistisch scheußlich finde. wenn sich frauen und auch andere dadurch misachtet fühlen tut mir das leid, das war nicht meine absicht.

    auch einen gedanken wert ist wie viele relativierungen un erklärungen ich hier dazugeschrieben habe um hoffentlich verstanden zu werden und niemandem auf den schlips zu treten. political correctness ist oft etwas gutes aber man sollte es imho nicht übertreiben. ich habe aber das gefühl das man in dieser diskussion jedes wort auf die goldwage legt deshalb dieser ganze disclaimer kram. und hängt euch bitte nicht an orthographie oder grammatik auf hier geht es schlicht und ergreifend um inhalte

    einen schönen tag noch

    • BaWo sagt:

      wobei ich zugebe das ich das hier doch nochmal hätte durchlesen sollen, es sind doch eineige fehler drinen. das ist zum teil meiner etwas ramponierten tastatur zum anderen auch der frühen stunde geschuldet 😉 . ich bitte um nachsicht


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